Psychokinese, Telekinese, Parapsychologie, Gedankenkraft

Der Begriff Psychokinese, auch Telekinese, (von griechisch téle "fern" oder telos "Ferne, Ziel" bzw. psyche "Seele" und kinésis "Bewegung") bezeichnet die Fähigkeit eines Menschen per Gedankenkraft Gegenstände zu bewegen. Die Psychokinese ist eines der Hauptgebiete der Parapsychologie.

Telekinese

Der Begriff Telekinese bezeichnet aber auch den Oberbegriff, darunter unterscheiden manche Parapsychologen Unterkategorien wie die Makropsychokinese, bei der Gegenstände sichtbar verformt oder bewegt werden, und der Mikropsychokinese, bei der elektronische Schaltkreise oder radioaktiver Zerfall beeinflusst werden sollen.

Damit verwandt ist auch der Begriff der Pyrokinese, einer angeblichen Fähigkeit, Feuer allein durch Gedanken zu entzünden, Kryokinese für das allein durch Gedanken verursachte Gefrieren von Wasser, Aerokinese für die Einflussnahme auf Luft, Ferrokinese für die Manipulation magnetisch beeinflussbarer Metalle und Biokinese für die Einflussnahme auf biologische Systeme.

Schon in der Bibel wird die Telekinese erwähnt: Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Um eures Unglaubens willen. Denn wahrlich ich sage euch: So ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so mögt ihr sagen zu diesem Berge: Hebe dich von hinnen dorthin! so wird er sich heben; und euch wird nichts unmöglich sein. — MATTHAEUS 17:20

Einer der ersten, die sich über Telekinese Gedanken machten, war Sir Francis Bacon, einer der großen philosophischen Größen des elisabethanischen Englands. In seiner 1627 verfaßten Essaysammlung "Sylva sylvarum: Oder eine Geschichte der Natur" stellte er die Theorie auf, daß der Mensch über eine verborgene Kraft verfüge, die durch das "Bündeln von Gedanken" die materielle Welt beeinflussen könne.

Größere Bekanntheit erreichte die Telekinese durch den Kinofilm Carrie (1976), basierend auf dem gleichnamigen Buch von Stephen King. Auch der englisch-französische Film Der Schrecken der Medusa (1978) fällt in diesen Bereich.

Forschung zur Telekinese

Obwohl Geschichten über telekinetische Phänomene überliefert sind, konnte bisher kein wissenschaftlich anerkannter Nachweis ihrer Existenz erbracht werden.

Anders als beim Poltergeistphänomen, bei dem die Psychokinese unbewußt in Erscheinung tritt, ist die Telekinese nicht kontrolliert eingesetzt werden.

Joseph Banks Rhine

Der Parapsychologie Pionier Joseph Banks Rhine (1895-1980) führte an der Duke University in Durham Experimente zur Telekinese durch. Er konstruierte erste Maschinen wie z.B. mechanische Würfel, bei denen die Versuchsperson ein bestimmtes Augenpaar hervorrufen sollte. Die einzelnen Versuche wurden schriftlich festgehalten und am Ende ausgewertet.

Helmut Schmidt (Parapsychologe)

Helmut Schmidt (1928-2011) war ein deutsch-amerikanischer Physiker, der durch seine Forschung in der Parapsychologie bekannt wurde. Er lehrte Theoretische Physik an Universitäten in Deutschland, Kanada und den USA.

Ab 1969 widmete sich Schmidt als einer der ersten Physiker am Rhine Research Center der Duke University in Durham und bei der Mind Science Foundation in San Antonio (1974-1993) dem Studium der parapsychologischer Erscheinungen.

In den 1970er Jahren experimentierte der deutsch-amerikanische Physiker Helmut Schmidt mit einem selbst entwickelten Zufallsgenerator auf der Basis von radioaktivem Zerfall, dessen Impulse in Lichtsignale umgesetzt wurden (d. h. entweder leuchtete ein rotes Lämpchen oder ein grünes auf). Versuchspersonen hatten die Aufgabe, diese Lichtsignale durch Gedankenkraft zu beeinflussen (z. B. das grüne Lämpchen solle häufiger aufleuchten als das rote). Und tatsächlich zeigte sich eine immer wiederholende Abweichung.

Schmidt entwickelte einen der ersten Zufallsgeneratoren, die nach ihm benannte "Schmidt-Maschine", und erforschte den Einfluss von menschlichem Bewusstsein auf Maschinen (Psychokinese). Die Maschine beruhte auf dem rein zufälligen Zerfall von radioaktiven Strontium-90-Atomen. Ein solcher Zerfall setzte den Geigerzähler in Gang und ließ dabei eines von vier Lämpchen an der Maschine aufleuchten. Die Versuchspersonen mussten zuvor einen von vier Schaltern drücken, um zu raten, welches Licht als nächstes aufleuchten würde.

Gemeinsam mit Henry Stapp (geb. 1928), einem Physiker des Lawrence Berkeley Laboratory, entwickelte Schmidt Versuchsanordnungen zur Retropsychokinese.

Seine Experimente wurden in zahlreichen Laboren weltweit wiederholt. Über 800 Forschungsberichte aus 68 Laboratorien bestätigten seine Ergebnisse, wonach unsere hergebrachten Annahmen über die Rolle des Bewusstseins in der materiellen Welt unvollständig sind.

Metaanalyse

Eine 2006 durchgeführte Metaanalyse, in der 380 Studien über Psychokinese ausgewertet wurden, kam zu dem Schluss, dass Telekinese nicht erwiesen ist. Der Effekt der Psychokinese war – umgekehrt proportional – sehr stark abhängig vom jeweiligen Versuchsumfang und zudem extrem heterogen. Das heißt, Telekinese konnte nur bei kleinen Stichproben und nur gelegentlich beobachtet werden. Mit durchgeführten Monte-Carlo-Simulationsrechnungen kommen die Autoren zu dem Schluss, dass die Beziehung zwischen jeweiligem Versuchsumfang, beobachtetem Effekt sowie der (sehr geringen) Größe des Effektes das Ergebnis eines Publikationsbias ist.

Princeton Engineering Anomalies Research (PEAR)

Das Princeton Engineering Anomalies Research (PEAR) Institut der Princeton University, New Jersey untersuchte mit wissenschaftlichen Methoden die mögliche Beeinflussung von zufälligen oder maschinengesteuerten Prozessen durch das menschliche Bewusstsein (Telekinese im weitesten Sinne, Human/Machine Anomalies). Das PEAR-Programm wurde 1979 von Robert G. Jahn (Foto oben mit Brenda Dunne) gegründet.

Die Versuche sind in der Regel prinzipiell ähnlich aufgebaut und sollen durch umfangreiche Testreihen und Statistiken aufzeigen, ob solche Mensch-Maschine-Anomalie (Human/Machine Anomalies) möglich sind. So sollen z. B. Testpersonen durch ihre Gedankenkraft versuchen, eine Würfelmaschine dazu zu bringen, möglichst viele Sechsen zu würfeln, oder einen mit radioaktivem Zerfall gesteuerten Zufallsgenerator dazu bringen, von der Normalverteilung abweichend überzufällig viele Einsen oder Nullen zu produzieren.

Die hauptsächlichen Forschungsbereiche von PEAR sind: 1. Human/Machine Anomalies (Mensch-Maschine Beeinflussung), 2. Remote Perception (Sinneswahrnehmung über große Distanz) und 3. Theoretical Models (Versuch, die oben beschriebenen Vorgänge in einem Modell zu beschreiben und zu erklären)

Die Princeton University hat das PEAR im Februar 2007 geschlossen, die Forschungen sollen jedoch im Rahmen des Global Consciousness Project sowohl von der US-Firma Psyleron, Inc. als auch den International Consciousness Research Laboratories (ICRL) weitergeführt werden.

Global Consciousness Project (GCP)

Das Global Consciousness Project (dt. "Globales Bewusstseinsprojekt", Abk. GCP) ist ein langfristig angelegtes wissenschaftliches Experiment, an dem sich weltweit rund 100 Forscher und Ingenieure beteiligen. Mit Hilfe einer in Princeton entwickelten Technologie und Zufallsgeneratoren werden seit 1998 von einem weltweiten Netzwerk Daten gesammelt, die die Existenz eines "globalen Bewusstseins" belegen sollen. Nach der Theorie des GCP erzeugen Ereignisse wie etwa Terroranschläge, die starke Emotionen bei vielen Menschen auslösen, messbare Ausschläge von dazu geeigneten Instrumenten. Die Daten werden über das Internet zu einem Server in Princeton übertragen, wo sie archiviert und analysiert werden.

Als Messgeräte dienen derzeit rund 50 weltweit verteilte Dioden, welche weißes Rauschen erzeugen. Dieses Rauschen wird ausgewertet, und soll je nach Gemütslage der Menschen, die in der Umgebung leben, unterschiedliche Eigenschaften haben. So soll z. B. anhand von digitalisierten Rauschwerten der "Zustand" des "globalen Bewusstseins" ermittelt werden können.

Auf der Webseite des Projektes sind zahlreiche Analysen von bedeutenden Ereignissen publiziert, die die Funktionsfähigkeit des "globalen Bewusstseins" deutlich machen sollen. Demnach wäre etwa bereits einige Stunden vor den Anschlägen am 11. September 2001 ein bemerkenswerter Ausschlag in den Messdaten zu verzeichnen gewesen. Bei einer Prüfung der Behauptungen kamen E. C. May und S. James P. Spottiswoode zu dem Schluss, dass die vermeintlichen Ausschläge ein Produkt willkürlicher Verfahrens- und Parameterwahl wären.

Ein großes Manko dieses Feldversuchs sind die fehlenden echten Kontrollversuche. Für Kontrollzwecke werden keine echten Zufallsdaten aus dem GCP-Netzwerk verwendet, sondern Pseudozufallsdaten. Das Global Consciousness Project präsentiert auf seiner Website zwar die Ergebnisse und das Signifikanzniveau zu besonderen medialen Ereignissen, aber es fehlen Vergleichsdaten aus anderen Zeitabschnitten, in denen es keine besonderen Ereignisse oder für die es keine Vorhersagen gab. Erst ein Vergleich zwischen den "Ereignisdaten" und echten "Kontrolldaten" aus den Zufallsgeneratoren im "Leerlauf" würde ein Urteil darüber erlauben, ob die hier beobachteten Effekte wirklich auffällig sind.

Zauberkünstler Uri Geller

Der israelische Taschenspieler Uri Geller (geb. 1946) lebt heute in England. Er behauptet von sich, "übersinnliche" Kräfte zu besitzen, allerdings sind keine Vorführungen normale Zauberkunststücke.

Geller behauptet, angeblich im Alter von fünf Jahren ein Schlüsselerlebnis gehabt zu haben, als ihn in einem Garten ein extrem heller Lichtblitz kurzzeitig zu Boden geworfen habe. Kurz darauf habe es zum Mittagessen Suppe gegeben, wobei sich sein Löffel verbogen habe und anschließend gebrochen sei. Dies sei der Beginn einer weit gefächerten paranormalen Begabung gewesen. Geller vermarktete sich hervorragend und ist heute Multimillionär.

Entdeckt wurde Geller von dem wohlhabenden New Yorker Parapsychologen Andrija Puharich (1918–1995), seinem späteren Biographen. Puharich war der Meinung, die Taschenspielertricks seien echte paranormale Fähigkeiten.

Richtig bekannt wurde Geller in den 1970er-Jahren mit seinen Fernsehauftritten, in denen er angeblich durch telepathische Kräfte versteckt gemalte Zeichnungen nachmalte, stehengebliebene Uhren zum Ticken brachte und Besteck verbog. Sein internationaler Erfolg beruhte auch auf der Tatsache, dass Geller stets behauptet hat, er bewirke die vorgeführten Effekte aufgrund paranormaler Vorgänge und nicht durch Zaubertricks. Geller sagte in Interviews gelegentlich, dass er glaubt, seine "Kräfte" von Außerirdischen vom Planeten "Hoova" oder von Gott erhalten zu haben. In Deutschland sorgte sein Fernsehauftritt am 17. Januar 1974 in der Wim-Thoelke-Show Drei mal Neun und in der Schweiz in einer von Werner Vetterli moderierten Sendung für Aufsehen.

Nach vielen Jahren der TV-Abstinenz hatte Geller 2004 in Deutschland mit der Sendung Die Uri-Geller-Show ein Comeback. RTL hatte damit einen Marktanteil von 25,5 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe. Das entsprach fast sechs Millionen Zuschauern. Am 8. Januar 2008 lief die Reihe The next Uri Geller auf ProSieben an, bei der Uri Geller als Gastgeber fungierte. Mittlerweile sieht er seine Verbindung zu den Außerirdischen anders. Dies habe ihm ein Wissenschaftler der CIA damals eingeredet. An Aliens und Ufos glaube er aber weiterhin.

Geller behauptet, er habe mit übersinnlichen Kräften Bergbauunternehmen dabei geholfen, Bodenschätze aufzuspüren, und Diamanten, Kohle und Gold. In regelmäßigen Abständen meldet sich Uri Geller öffentlich zu Wort mit der Behauptung, er habe Großereignisse vorhergesehen oder beeinflusst. So habe er während der Fußball-Europameisterschaft 1996 einen Ball telekinetisch beeinflusst. In der Regel handelt es sich dabei um Behauptungen, die einer wissenschaftlichen Untersuchung aufgrund ihrer Argumentationsstruktur nicht zugänglich sind. Dies bringt ihm speziell von skeptischer Seite harsche Kritik ein. Geller suchte seit Beginn seiner Auftritte stets die Nähe zu anderen Prominenten, insbesondere sei er mit Michael Jackson befreundet gewesen. Geller selber weist zudem darauf hin, er engagiere sich auch als Spender für wohltätige Zwecke.

Anfänglich konnte Geller eine Reihe von Physikern und andere Wissenschaftler mit seinen Vorführungen beeindrucken und überzeugen. Beispielsweise wurde in dem angesehenen Magazin Nature 1974 ein Artikel der beiden Laser-Spezialisten Russell Targ und Harold Puthoff vom SRI International (SRI) über die hellseherischen Fähigkeiten von Geller veröffentlicht. Der Artikel wurde im Editorial als "schwach in Design und Ausführung", "beunruhigend unklar" bezüglich experimenteller Details, "unbehaglich was Vorkehrungen gegen fehlerhafte Schlussfolgerungen betrifft", bezeichnet. Den beiden Autoren wurde Naivität einiger Methoden und "ein Mangel an Qualifikation" vorgeworfen. Der Artikel, wie auch seine Veröffentlichung, wurden sehr kontrovers diskutiert. Nature wollte den Artikel zunächst nicht veröffentlichen und schickte ihn an das SRI zurück. Da er jedoch von zwei Wissenschaftlern einer führenden Forschungseinrichtung verfasst worden war und der Inhalt einer wissenschaftlichen Untersuchung würdig erschien, entschloss man sich doch zur Veröffentlichung. Zudem wollten die Herausgeber anderen Forschungseinrichtungen die Möglichkeit geben, die Qualität des Institutes und dessen Beitrag zur Parapsychologie zu beurteilen. Im Editorial der Ausgabe wurde außerdem auf eine gleichzeitige, sechzehnseitige Veröffentlichung des Physikers Joseph Hanlon im New Scientist hingewiesen, die eine zweimonatige Nachforschung über Geller und die SRI-Experimente zum Thema hat. Dieser Artikel würde die Positionen Gellers und der SRI-Forscher untergraben.

Der ehemalige US-Astronaut Edgar Mitchell, selbst bekannt dafür, parapsychologischen Phänomenen zugeneigt zu sein, schilderte als Augenzeuge die Untersuchungen am SRI wie folgt: "Hal (Puthoff) und Russ (Targ) waren so begierig darauf, Geller bei der Arbeit zu halten, dass sie sich von ihm in die Enge treiben ließen und schließlich auf jede seiner Launen eingingen. Wenn er drohte fortzugehen, gaben sie nach und taten alles, was er wollte. Natürlich verloren sie so die Kontrolle über die Situation, und das wurde von Mal zu Mal schlimmer."

Geller lehnt seitdem wissenschaftliche Untersuchungen bezüglich seiner "übernatürlichen Kräfte" ab. Auch der Aufforderung an der "Eine-Million-Dollar-Herausforderung" von James Randi teilzunehmen, kam er nicht nach.

Bereits Anfang 1974 lud Thomas von Randow, damals Wissenschaftsredakteur bei der Wochenzeitung Die Zeit, Geller zu einem psychokinetischen 100.000-DM-Experiment ein. Geller beantwortete die mehrfachen Anfragen Randows nicht. Als dieser ihn dann persönlich darauf ansprach, entgegnete Geller, dass, wenn er seine "psychokinetische Begabung demonstriert hätte, diese fortan nicht mehr geheimnisvoll und darum auch nicht mehr interessant gewesen" sei. "Man dürfe seinen Mitmenschen nicht alle Zweifel nehmen".

Bei einem Fernsehauftritt im Jahre 1973 in der Tonight Show mit Johnny Carson entstanden erstmals auch beim Massenpublikum Zweifel an den vermeintlich übersinnlichen Fähigkeiten Gellers, da er während des Auftrittes erstmals im Fernsehen nicht in der Lage war, seine üblichen Effekte vorzuführen. James Randi hatte bei der Vorbereitung der Sendung dafür gesorgt, dass die Requisiten nicht durch Geller manipuliert werden konnten.

Bei dem Verbiegen der Löffel vermutete man anfänglich eine Präparierung von Gellers Fingern mit einer quecksilberhaltigen Verbindung, welche die Löffel durch Legierungsbildung zum Erweichen bringen würde. Mit diesem Verfahren hatten Zauberkünstler bereits im 19. Jahrhundert gearbeitet. Der Spiegel ließ Geller kurz nach seinem Fernsehauftritt bei der Wim-Thoelke-Show Drei mal Neun 1974 eine Gabel zerlegen. Ein anschließender Vergleich der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung mit einer Gabel, die mit einer wässrigen Quecksilbernitratlösung präpariert war, ergab ein übereinstimmendes Ergebnis.

Später entdeckte man, dass dieser "Geller-Effekt" durch ein mehrfaches Vorbiegen der Löffel erheblich einfacher zu erreichen ist, also auf einfacher Materialermüdung beruht.

Des Weiteren wird kritisiert, Geller habe falsche Prognosen abgegeben. Anfang 1970 habe Geller vorausgesagt, dass der ägyptische Präsident Gamal Abdel Nasser noch lange leben und König Hussein von Jordanien bald einem Attentat zum Opfer fallen werde. Nasser starb jedoch bereits acht Monate nach dieser Voraussage, während König Hussein noch weitere 29 Jahre lebte. Andere Quellen berichten dagegen, dass Geller auf der Bühne eine Vision vom im Sterben liegenden Nasser gehabt hätte. Auch prophezeite Geller den Sieg des Englischen Nationalteams bei der Fußball-EM 1996 im Halbfinale gegen Deutschland, das jedoch gegen Deutschland verlor. Dem Formel-1-Piloten David Coulthard sagte er einen nicht eingetretenen Erfolg voraus.

Insbesondere die Skeptikerbewegung widerspricht den Behauptungen des Bühnenmagiers Uri Geller, er verfüge – entgegen jeder physikalischen Erkenntnis – tatsächlich über paranormale Kräfte. So kam es in den vergangenen Jahrzehnten zu wiederholten öffentlichen Auseinandersetzungen zwischen Vertretern der Skeptikerbewegung und Geller. Insbesondere mit dem ebenfalls als Bühnenkünstler tätigen James Randi kam es zu Rechtsstreitigkeiten. Neben James Randi ist Magic Christian einer der großen Kritiker von Geller. Auch der theoretische Physiker Jack Sarfatti, anfangs von Geller überzeugt, ist auf die Seite der Kritiker gewechselt.

Geller hat gegen Kritiker rechtliche Schritte unternommen. 1991 verklagte er James Randi auf 15 Millionen US-Dollar Schadenersatz wegen eines in der Herald Tribune vom 9. April 1991 erschienenen Artikels von Randi. Dies war die dritte Klage von Geller gegen Randi. Die Klage wurde, wie alle vorausgegangenen und nachfolgenden, abgewiesen. In einem offenen Brief der Uri Geller Associates mit Sitz in Berkshire kündigte Geller an, dass er "Randi in jedem Land verklagen werde, in dem es ihm möglich sei, gegen die Lügen Randis vorzugehen". Was Randi über ihn verbreite, sei nicht die Wahrheit.

Gellers Klage gegen Prometheus Books wurde verworfen, und er musste Schadenersatz an den Verlag leisten. Auch seine Klage gegen die US-amerikanische Skeptikerorganisation CSICOP blieb vergeblich. Nach fünfjährigen Streit wurde Geller 1995 aufgrund einer außergerichtlichen Einigung zu Geldzahlungen an die Gegenseite verpflichtet.

Im November 2000 verklagte Geller in den USA das Unternehmen Nintendo. Auf einer von der Firma produzierten japanischen Pokémon-Sammelkarte war ein Pokémon namens Yún-gera dargestellt, das in einer Hand einen verbogenen Löffel hält und laut Kartenbeschreibung "Alpha-Wellen" ausstrahlen kann. Geller sah durch die Karte seine Persönlichkeitsrechte verletzt. Die Klage wurde im November 2002 vom Bezirksgericht Los Angeles abgewiesen.

Zauberkünstler Daniel Dunglas Home

Daniel Dunglas Home (1833–1886) war ein schottischer Zauberkünstler und ein spiritistisches Medium, das unter Anhängern als eines der bedeutendsten Psychokinese-Medien des Viktorianischen Zeitalters gilt.

Seine Bekanntheit erlangte er durch das Vorführen scheinbar paranormaler Kunststücke wie z. B. Levitation (Schweben) von Personen und Gegenständen, Feuerunempfindlichkeit und Sinnestäuschungen. Er erstaunte über 35 Jahre lang Freunde, Bekannte und Interessenten, zu denen auch der Adel und Staatsoberhäupter zählten.

Home veranstaltete regelmäßig unentgeltliche spiritistische Séancen. Er lebte von den Spenden seiner Gönner. Home gelang es, das Publikum durch unerklärliche Levitation (Schweben) von Gegenständen und Personen, Klopfgeräusche ohne ersichtliche Ursache und durch Berühren mittels unsichtbarer Hände in Erstaunen zu versetzen. So erlangte er schnell Ruhm und Ansehen.

In England trat er als Zauberkünstler und Medium auf. In seinen Shows führte er bei Tageslicht seine vermeintlich paranormalen Aktivitäten vor und demonstrierte seine angeblichen telekinetischen Fähigkeiten.

Frühe Gäste seiner Séancen waren unter anderem der Wissenschaftler David Brewster, die Autoren Edward Bulwer-Lytton und Anthony Trollope, der Sozialist Robert Owen. Später hielt er auch Séancen am Hofe Napoleons III. ab. Königin Sophie der Niederlande schreibt über die Erfahrung mit Home: "Ich sah ihn viermal... ich fühlte eine Hand, die meine Finger umdrehte/herunterdrückte; Ich sah eine schwere goldene Glocke, die alleine von einer Person zur anderen wanderte; Ich sah mein Taschentuch, wie es sich alleine bewegte und mit einem Knoten zu mir zurückkehrte... er selbst ist zwar ein blasser, etwas kränklich wirkender, eher hübscher junger Mann, aber ohne ein Aussehen, das einen auf den ersten Blick faszinieren oder abschrecken würde. Es ist wunderbar. Ich bin so froh, dass ich es gesehen habe." In Paris wurde Helena Petrovna Blavatsky Homes Assistentin.

Fürst Metternich versuchte vergeblich, seine Levitationsexperimente und Klopfgeistphänomene als Trick zu entlarven, wozu Home auch andere Forscher ermunterte. Home ließ sich seine Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse nicht entlocken, was den Poeten Robert Browning nicht davon abhielt, ihn nach einer Séance im Jahre 1864, in einem Gedicht über ein betrügerisches eitles Medium, mit dem Titel "Mr. Sludge the Medium" indirekt zu verspotten, was Gerüchte anheizte, Browning habe Home als Betrüger entlarvt.

1866 adoptierte die reiche Witwe Mrs. Lyon Home als ihren Sohn und investierte 60.000 £ in einen offensichtlichen Versuch, Ansehen in der höheren Gesellschaft zu erlangen. Als sie erkannte, dass dieser Schritt nicht dazu beitrug, ihre soziale Stellung aufzuwerten, bereute sie ihre Entscheidung und erwirkte über eine Klage vor Gericht die Rückzahlung durch Home. Trotz der Presse, die sich nun mit Freude über ihn lustig machte, und der vorgefallenen Ereignisse verlor er keinen einzigen wichtigen Freund.

Einen seiner besten und engsten Freunde lernte Home im Jahre 1867 kennen, den späteren vierten Earl von Dunraven, den jungen Lord Viscount Adare. Dieser war fasziniert von Home und dokumentierte die Séancen, bei denen er anwesend war. Im Dezember 1868 wurde Home von Lord Adare, Charles Wynn und dem Master of Lindsay dabei beobachtet, wie er im 3. Stock von Buckingham Gate Nr. 5 aus einem Fenster flog und durch ein sieben Fuß entferntes Fenster wieder in das Zimmer gelangte.

1871 besuchte er Sankt Petersburg, wo er vor dem Zaren Alexander II. Séancen abhielt.

1858 heiratete er in Sankt Petersburg die 17-jährige Tochter einer adligen russischen Familie, Alexandria, Gräfin von Kroll. Sie gebar einen Sohn, Gregoire, und eine Tochter, die aber noch im Säuglingsalter starb. 1862 starb seine Frau an Tuberkulose. Erfolglos versuchte Home nach ihrem Tod, an das Vermögen zu gelangen.

1871 heiratete er Julie de Gloumeline, eine ebenfalls wohlhabende russische Dame, die er in Sankt Petersburg kennengelernt hatte. Er konvertierte zum orthodoxen Glauben und verbrachte mit ihr seinen Lebensabend. Seine zweite Frau war eine Verwandte des führenden russischen Spiritisten Graf Alexander Nikolajewitsch Aksakow.

1891 veröffentlichte ein ehemaliger Mitarbeiter Homes, der als angebliches "Medium" in seinen Shows auftrat, reumütig seine Revelations (Enthüllungen). Unter den preisgegebenen Geheimnissen befand sich unter anderem eine Beschreibung der Methode, mit der es Home schaffte, glühende Kohlen in der Hand zu tragen und sein Gesicht in Feuer zu baden.

Home wurde, wie viele andere Medien seiner Zeit, bei der Durchführung von Direktstimmen-Séancen, bei der das in Trance versetzte Medium mit der Stimme eines Verstorbenen sprach, der Hochstapelei überführt. Ein Gericht sprach Home schuldig, "Geisterstimmen" selbst erzeugt und eine Frau Lyon um 24.000 Britische Pfund betrogen zu haben.

Arthur Conan Doyle berichtet, Home habe bei seinen "Geistershows" die Zuschauer Geisterstimmen hören lassen, in Trance Geister durch sich selbst sprechen lassen, habe hellsehen können und physische Körper levitieren lassen. Home bezichtigte Materialisation-Medien (wie z.B. die Eddy Brothers), die von sich behaupteten, solide Geistformen materialisieren zu können, des Betrugs.

1877 beschrieb Home in zwei Kapiteln seines Buches "Lights and Shadows of Spiritualism" detailliert einige Tricks, die betrügerische Medien anwandten.

Frank Podmore und später Milbourne Christopher führten viele Möglichkeiten auf, wie Home die Effekte, die in Berichten über ihn genannt werden, durch Täuschungen hätte erzielen können.

Entgegen den Behauptungen, Home führte alle Séancen bei vollem Licht durch, sagen andere Zeugen, er hätte bei dunklem Licht gearbeitet: "Der Raum war sehr dunkel... Homes Hände waren gerade mal als schwacher weißer Haufen sichtbar."

Die Lichtverhältnisse während Homes berühmtester Levitation (Schweben), jene, bei der er aus dem Fenster und wieder zurück schwebte, wurden oft debattiert. Einige Zeugen beschrieben, dass es auch bei diesen Vorführungen dunkel war. Lord Adare berichtete, dass Home in horizontaler Lage "raus und wieder rein schwang". "Er (Home) kam wieder herein (durch das Fenster), mit den Füßen voran, und wir kehrten wieder zurück in den anderen Raum. Es war so dunkel, sodass ich nicht erkennen konnte, wie er unterstützt wurde (außerhalb des Gebäudes)". Des Weiteren schreibt Podmore, dass Home mit einem Kompagnon zusammenarbeitete, der ihm bei den Seancen immer gegenübersaß.

Zwischen 1870 und 1873 wurde Home vor allem von dem Physiker William Crookes beobachtet, der die Untersuchungen meist bei Licht im eigenen Laboratorium durchführte. Crookes meint sich für mindestens 50 Levitationen verbürgen zu können. Alle Tests wurden in gutem Licht durchgeführt, und bei jeder Levitation schwebte Home mindestens fünf bis sieben Fuß (ca. 150 - 210 cm) über dem Boden. Podmore berichtet: "Wir alle sahen ihn vom Boden auf eine Höhe von sechs inches (etwa 15 cm) aufsteigen, dort verweilte er 10 Sekunden und sank wieder langsam ab."

Zudem überprüfte Crookes das immer wieder plötzlich und ohne ersichtlichen Grund auftretende Spielen z.B. eines Akkordeons, das mehrfach die Melodie "Home, Sweet Home" erklingen ließ. Er dokumentierte Gewichtsveränderungen bei Gegenständen und Personen und berichtete, dass ihm einmal eine Hand aus der Tischplatte heraus kommend Blumen überreicht habe, ohne dass er eine tricktechnische Apparatur bemerkt habe.

William Crookes führte an insgesamt drei Probanden Experimente durch, um deren Glaubwürdigkeit zu überprüfen: Florence Cook, Kate Fox und Daniel Dunglas Home. In seinem Abschlussbericht bestätigte er die Authentizität aller drei Medien. Dieses Ergebnis wurde von den wissenschaftlichen Einrichtungen als wertlos betrachtet. Die Qualität der Untersuchungen wird insbesondere dadurch in Frage gestellt, dass Cook und Fox sich später als Hochstaplerinnen herausstellten, was auch Home und Crookes einräumten.

Auch professionelle Trickexperten rieben sich an Home: John Henry Anderson, bekanntester britischer Zauberkünstler seiner Zeit, hatte Home zu seinem Todfeind erkoren, konnte jedoch dessen Effekte ebenso wenig erklären wie später John Nevil Maskelyne. Vier Jahrzehnte nach Homes Tod kündigte Antispiritist Harry Houdini an, dessen Effekte zu kopieren, blieb selbiges jedoch schuldig. Tricktechnische Theorien vertritt Gordon Stein, zu dessen Buch "The Sorcerer of Kings" (1993) James Randi ein Vorwort beisteuerte. Die meisten Effekte von Home unterschieden sich deutlich von denen anderer Geisterbeschwörer und wurden von diesen auch nicht adaptiert. Es bleibt völlig unklar, woher der aus einfachen Verhältnissen stammende Home die Kunst der Täuschung erlernt haben könnte, deren Qualität vor den kritischen Augen der Wissenschaftler, Zauberkünstler und den von Home durch seine öffentlichen Trickerklärungen provozierten Esoterikbetrügern Bestand hatte.

Nina Kulagina

Nina Kulagina (geb. Michailowa, 1926–1990) war eine in den 1960ern durch ihre angeblichen psychokinetischen Fähigkeiten berühmt gewordene Russin.

Von 1963 bis 1966 wurden in Leningrad von Professor Leonid Wassiliew, danach von Jakow Petrowitsch Terlezki Experimente durchgeführt, bei denen das Medium Nina Kulagina diverse Objekte auf einem Tisch bewegen und verschieben konnte, ohne diese zu berühren. Darunter waren auch nichtmetallische Objekte wie Zündhölzer und Zigaretten – auch unter einer Glashaube – sowie die Drehung der Magnetnadel eines Kompasses im Gehäuse. Es wurde berichtet, sie habe durch Konzentration ihrer Gedanken das Herz eines Frosches zum Stillstand gebracht. Ihr eindruckvollstes Experiment war, eine Kugel schweben zu lassen. Bei ihren Experimenten bedurfte Nina Kulagina bis zu zwei Stunden intensiver Konzentration, um Effekte erzielen zu können. Das maximale Gewicht, das Kulagina verschieben konnte, lag bei 200 bzw. 500 Gramm. Bei den Experimenten wurden sowohl Schwarzweiß-Fotos als auch Stummfilme gefertigt. Erstmals festgestellt habe Kulagina ihre "unbewußten Kräfte, als sie in sehr zorniger Verfassung ein Zimmer betreten habe. Als sie zum Schrank gegangen sei, habe sich ein Krug auf den Rand des Regals zu bewegt und sei heruntergefallen und zerbrochen."

Die heutige Wissenschaft hat keine Antworten auf Kulaginas Fähigkeiten, die Parapsychologie dagegen erklärt, dass diese auf "eine normale, jedoch noch unbekannte Energie" zurückzuführen wäre. Skeptiker sehen in der langen Vorbereitungszeit Potential für Betrug, vermuten Taschenspielertricks sowie Magnete am Körper.

— re —