Reiki

Reiki wird meist als "universelle oder universale Lebensenergie" übersetzt, die — nach der Reiki Lehre — in allem vorhanden sein soll, was lebt. Sie ist die Grundlage der Reiki-Behandlung und die Reiki-Ausbildung.

Das Konzept von Reiki ist aus naturwissenschaftlicher Sicht nicht plausibel. Bisher konnte keine der zahlreichen Studie eine Heilung durch Reiki belegen. In den klinischen Studien wurden entweder kein Effekt festgestellt oder erhebliche methodische Schächen gefunden.

Reiki ist die esoterisches Version des Heilens durch Handauflegen (und einer speziellen Symbolarbeit). Dadurch soll Einfluss auf die Gesundheit genommen werden. Der Heiler verwendet dabei verschiedene Techniken des Handauflegens. Reiki bezeichnet das als "Energiearbeit". Reiki bietet auch die Möglichkeit der Reiki-Selbstbehandlung an, wie auch die Behandlung einer anderen Person. Dabei sorgt der Behandelnde zu Beginn der Reiki Behandlung für eine gute Durchblutung seiner Hände, die die Energieübertragung von Heiler zum Patienten fördern soll. Das nachfolgende Handauflegen soll nach Usui Mikao, dem Begründer und Erfinder von Reiki, in einer bestimmten Reihenfolge auf verschiedene Körperregionen erfolgen, bei denen bestimmte "Chakren" berücksichtigt werden sollen. Chakren sollen den Körper mit Energie versorgen.

In Japan, dem Ursprungsland, wird Reiki in unterschiedlichen Versionen (Systemen) gelehrt. Im Westen ist die Anzahl der kostenpflichtigen Ausbildungen "Einweihungen" unterschiedlich. Jeder Reiki-Lehrer handhabt das anders.

Reiki wurde von dem Japaner Mikao Usui begründet: 1921 eröffnete Mikao Usui in Tokyo die erste Reiki-Klinik. Über die Entstehung der Reiki-Lehre ist nichts genaues bekannt. Der Grabinschrift des Begründers erfährt man, das Mikao Usui während einer 21-tägigen Fastenkur auf dem Berg Kurama, nördlich von Kyoto, das Wissen um Reiki durch eine Vision erfahren habe. Reiki wird nach der Reiki Lehre vom Lehrer (auch Meister) an den Schüler weitergegeben. Usui hat unter anderem Chujiro Hayashi ausgebildet, der wiederum die US-Amerikanerin Mary McFadyen ausgebildet hat, die Reiki 1981 über Deutschland nach Europa gebracht hat.

Reiki Ausbildung (Einweihung)

Die Reiki Ausbildung erfolgt in aufeinander aufbauenden Stufen, die Grade genannt werden. Jede Ausbildungsstufe startet mit einer "Einweihung", einem Ritual, mit dem der Lehrer den Schühler befähigen soll, Reiki zu geben oder die Reiki-Symbole zu benutzen.

In der Reiki-Lehre wird mit jeder Einweihung ein Kanal für die Energie geöffnet. Ohne die Einweihung sei kein Kanal offen und die Behandlung sei ohne Wirkung.

Meist gibt es bis zur Reiki-Lehrerausbildung drei bis vier Grade:

▶ Erster Grad: Öffnung des Reiki-Kanals
▶ Zweiter Grad: Einführung dreier Reiki-Symbole
▶ Dritter Grad (Meistergrad): Einweihung auf das "Meistersymbol"
▶ Vierter Grad (Lehrergrad): befähigt dazu, andere Menschen einzuweihen.

Bei vielen Reiki-Lehrern kann der Meistergrad und Lehrergrad zusammen erworben werden. Für jeden Reiki-Grad werden teilweise ein bis vier Einweihungen gegeben.

Reiki-Anwender glauben, das sie, wie andere Formen der Energiearbeit, nicht mit ihrer eigenen Energie arbeiten. Nach der Einweihung durch einen Lehrer sehen sie sich als Kanal für die Reiki-Energie. Da sie nicht mit ihrer eigenen Energie arbeiten, können sie auch sich selbst behandeln. Auch Tiere und Pflanzen können nach ihrer Ansicht behandelt werden.

Das Ziel von Reiki sei die körperliche, geistige, seelische und soziale Gesundheit, die Stärkung der Selbstheilungskräfte und die überwindung von Krankheiten.

Reiki soll dabei aber keinen Arzt, keine Medikamente oder verordnete Therapien ersetzen. Reiki sollte immer neben jeder medizinischen oder alternativmedizinischen Behandlung angewandt werden.

Reiki-Anwender glauben, das die Energie — das Reiki — bei der Behandlung dorthin fließt, wo es benötigt wird und eine Diagnose deshalb für die Behandlung nicht erforderlich ist. Eine Diagnose wird durch die Behandlung auch nicht gestellt.

Die Reiki Techniken

Die Reiki-Behandlung erfolgt normalerweise durch Auflegen der Hände. Andere Reiki Anwender bevorzugen es, die Hände einige Zentimeter über dem Körper des Behandelten zu halten. Mikao Usui hat verschiedene Aufzeichnungen über die Reiki-Behandlung hinterlassen. Danach kann die Reiki-Behandlung auch durch Massieren, Beklopfen, Streicheln u.a. der erkrankten Körperstelle erfolgen.

Chujiro Hayashi hat 12 Handpositionen für eine Vollbehandlung "entwickelt", die nach den Bedürfnissen des Behandelten ergänzt wird. Dieses Behandlungsschema ist auch heute noch üblich. Der Behandler kann es aber seiner Erfahrung und Intuition entsprechend verändern. Weiter gibt es eine Kurzbehandlung, die auch im Sitzen durchgeführt werden kann.

Kosten für Reiki

Es gibt weder für die Reiki-Behandlung noch für die Ausbildung eine feste Gebührenordnung. Zertifikate der Reiki Ausbildung kann man auch für wenig Geld im Internet kaufen, zum Beispiel hier → Reiki Zertifikate oder gleich den → Doktortitel im Fachbereich Reiki.

Die Kosten für eine Reiki Behandlung liegen in günstigen Fällen bei denen einer Massage, gehen gelegentlich aber auch weit darüber hinaus. Sie werden aufgrund der nicht nachgewiesenen Wirksamkeit in Deutschland nicht von der Krankenkasse übernommen.

Die Kosten der Ausbildung, die meist in Wochenendseminaren erfolgt, können sehr unterschiedlich sein. Die Ausbildungs- und Einweihungsordnung ist hierarchisch.

Fazit

Das ganze System Reiki ist nicht stimmig. Weder kann irgendeine Energieübertragung noch eine Heilwirkung nachgewiesen werden. Einzig und allein der Placebo Effekt wird angesprochen, also wer daran glaubt, wird geheilt, aber das kann auch eine Zucker-Tablette für ein Euro sein.

Geistheiler in Deutschland

Rund 15.000 vermeintliche Geistheiler bieten in Deutschland ihre Dienste an: Gesamtumsatz rund 4 Milliarden Euro! Warum soviele Menschen ihr mühselig erarbeiteten Geld Scharlatanen in den Rachen werden, konnte bisher nicht geklärt werden, nur soviel, das keiner der Geistheiler irgendwelche Erfolge vorweisen können, die wissenschaftliche bewiesen werden könnten. Über die Unwirksamkeit der Homöopathie haben wir bereits berichtet.

Reiki auch ohne Heilpraktiker

Ein Reiki Heiler (Geistheiler), der keine Heilung verspricht und keine Diagnosen stellt, braucht auch keine Zulassung als Heilpraktiker. Das geht aus einem Urteil des Bundesverfassungsgericht hervor (Urteil 1 BvR 784/03).

Da dem Reiki-Heiler (ohne Heilpraktikerausbildung) eine "Behandlung" nach dem Heilpraktikergesetz untersagt ist, beschreibt er in dem Verfahren seine Tätigkeit als "geistiges Heilen": Er versuche die Seele des Kranken zu berühren. Mit Hilfe seiner Hände übertrage er positive Energien auf das Zielorgan und aktiviere dadurch die Selbstheilungskräfte seiner Klienten. Er erstelle weder Diagnosen noch verschreibe er Medikamente oder verwende medizinische Geräte. Heilungsversprechen gebe er nicht ab. Er rate den Kranken dringend zu, weiter Hausärzte und Spezialisten zu konsultieren. Nach seiner Auffassung benötigt er hierfür keine Heilpraktikerprüfung. Seine Befähigung sah er durch einen Ausweis des Dachverbandes Geistiges Heilen e.V. als nachgewiesen an.

Reiki wird in dem Urteil eher mit dem gemeinsamen Gebet oder Krankensalbung (früher in der katholischen Kirche als Letzte Ölung bezeichnet) verglichen, für die ebenfalls keine Heilpraktikerausbildung erforderlich ist. nd wörtlich: "Die Forderung an den Beschwerdeführer, eine Heilpraktikerprüfung abzulegen, ist unangemessen, weil eine solche Prüfung mit der Tätigkeit, die der Beschwerdeführer auszuüben beabsichtigt, kaum noch in einem erkennbaren Zusammenhang steht. Die in der Heilpraktiker-Prüfung geforderten Kenntnisse in Anatomie, Physiologie, Pathologie sowie in Diagnostik und Therapie kann er sämtlich bei seiner Berufstätigkeit nicht verwerten".

→ http://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2004/03/rk20040302_1bvr078403.html

Reiki wird oft auch falsch als Religion verstanden.