Hypnose, Regressionshypnose, Regressionstherapie, Wiedergeburt, Leben nach dem Tod

Phantasien über vergangene Leben unter Hypnose

Bei der Regressionstherapie, auch hypnotische Regression, durchlebt eine Versuchsperson unter Hypnose ein früheres Lebensalter oder ein früheres Leben.

Das Verfahren zur Analyse von Traumata, Verhaltensstörungen etc. soll hier nicht angeweifelt werden, sondern es geht ausschließlich um die Regressionshypnose (Rückführung) in angebliche vergangene Leben.

Der Ablauf einer solchen Hypnosesitzung geschieht folgendermaßen. Die Versuchsperson soll sich zuerst an seine Kindheit erinnern, dann an die Zeit als Säugling und dann an die eigene Geburt. Dann weiter zurück. "Du läßt dich treiben, wir gehen zurück, bis du ein deutliches Bild vor dir siehst". Dieses Bild läßt sich der Hypnotiseur beschreiben.

Rückführung: Hypnose Phantasien von vergangenen Leben

Nicht nur bei Hypnose Rückführungen bei Entführung durch Außerirdische sind auch die Rückführungen in vergangene Leben reine Phantasie der Versuchsperson, wie wir noch zeigen werden.

Kryptomnesie

Die Gefahr der Hypnose ist "Kryptomnesie" (vom griechischen Krypto, was für geheim steht und Mneme = Gedächnis). Mit Kryptomnesie beschreibt man die Informationen, die vom Unterbewußtsein gespeichert werden, ohne daß sie einem bewußt werden, d.h. man vergißt nichts, was man einmal (auch unbewußt) wahrgenommen hat. Unter Hypnose tauchen oft solche Informationen wieder ans Tageslicht. Es können Inhalte sein, die man aus Zeitschriften, Büchern, Vorlesungen, Fernseh- oder Radiosendungen unbewußt aufgenommen hat.

Ein Beispiel: Der englische Dichter Samuel Taylor Coleridge (1772-1834) schreibt in seiner "Biographia Literaria" den Fall eines Küchenmädchens, daß unter Hypnose längere Passagen auf Lateinisch, Griechisch und Hebräisch hersagen konnte. Später fand man heraus, daß sie wenige Jahre zuvor bei einem Altphilosophen angestellt war, der gelegentlich solche Sätze rezitierte. Die Sätze hatte das Mädchen in der Küche gehört, ohne es zu wollen und zu merken, in sich aufgenommen.

Ein weiteres Beispiel für Kyptomnesie ist Helen Keller. Sie wurde Mitte des 19. Jahrhunderts blind und stumm geboren. 1892 verfaßte sie ihr Buch "The Frost King" (Der Frostkönig). Sie wurde publiziert und hoch gelobt, bis man einige Monate später herausfand, daß es sich um eine leicht abgeänderte Version von "The Frost Fairies" (Die Frostelfen) von Margaret Canby handelte, das vor 29 Jahren herauskam. Frau Keller war überzeugt, von dieser Erzählung nie etwas gehört zu haben. Später meldete sich ein Freund, der ihr 1888 aus Canbys Werken vorgelesen hatte — darunter auch The Frost Fairies. Helen Keller schien bedrückt: "Alle Freude verließ mein Herz. Ich hatte Schande über mich selbst gebracht... Wie konnte das nur geschehen? Ich zerbrach mir den Kopf, was ich über Frost gelesen hatte, bevor ich meine Geschichte schrieb, aber ich konnte mich beim besten Willen an nichts erinnern.".

Um die Jahrhundertwende machte das Schweizer Medium Hélène Smith von sich reden. Sie wurde von Theodore Flournoy, Professor für Psychologie an der Genfer Universität, untersucht. Seine wichtigsten Ergebnisse veröffentlichte er in seinem Buch "from India to the Planet Mars" (Von Indien zum Planeten Mars). Flournoy schildert darin, daß er überzeugt sein, Hélène Smith sei in ihrem früheren Leben Marie-Antoinette von Frankreich gewesen. Ein Leben zuvor sei sie im 15. Jahrhundert die Gemahlin des Hindu-Prinzen Sivrouka Nayaka gewesen. Smith Erinnerungen an Indien waren ausgeschmückt mit Beschreibungen von Zeremonien und Palästen. Sie behauptete, Flournoy sei auch dort und ihr Ehemann gewesen. Flournoy konnte später nachweisen, daß ihre Indien-Erinnerungen aus einer Erzählung von de Marles stammte, das 1923 erschien. Sie hatte abgeblich auch Kontakt zu Marsmenschen, von denen einer Astane hieß. Während dieser Phase füllte Hélène ein kleines Album mit exotischen Zeichnungen von marseanischen Landschaften, Häusern, Menschen und Pflanzen — alles mit etwas kindlicher Phantasie und leicht orientalisch angehaucht. Sie sprach und schrieb die angebliche Mars-Sprache fließend. Flournoy fand heraus, daß diese Mars-Sprache ein geschickt verändertes Französisch und die Grammatik eine Anspielung auf Hélènes Muttersprache war. Das Vokabular hatte sie erfunden.

Eine zweite Hypnosesitzung bringt Klarheit

1956 wollte Dr. Edwin S. Zolik von der amerikanischen Universität Marquette herausfinden, ob es sich bei Rückführungen unter Hypnose nur um Unfug handelt. Seine Versuchsperson, der Student Jamie O'Toole, wurde in der ersten Hypnosesitzung schrittweise bis zu seinem dritten Geburtstag zurückversetzt. Dann sagte er: "Gehe nun zurück in die Zeit, bevor du Jamie O'Toole warst, und erzähle, wer du damals warst und was du tatest." Nach einem Moment berichtet Jamie, daß er als Brian O'Malley im Jahr 1850 geboren wurde. Er lebte in Cork und sei Offizier des Irischen Garderegiments. Er sei nicht verheiratet, habe aber eine Freundin, "eigentlich viele verschiedene, aber nicht zur selben Zeit... ausnehmend hübsche Mädchen, Französinnen und Irinnen". Er starb im Alter von 42 Jahren bei einem Reitunfall. Wenige Tage später wurde Jamie ein zweitesmal hypnotisiert. Vorher wurde er gefragt, wer Brian O'Malley sei. Er wußte es nicht. Erst als Dr. Zolik ihn fragte, ob er vielleicht die Geschichte von seinen Eltern gehört habe, meinte Jamie: "Ja, ja... genau, mein Großvater — von meinem Großvater... nicht Brian. Sein Name ist Timothy O'Malley.... Timothy O'Malley war ein englischer Soldat... ja, jetzt erinnere ich mich. Er und mein Großvater waren zusammen im Krieg. O'Malley war Ire. Großvater und er kämpften gegeneinander. O'Malley wurde getötet — er kam bei einem Reitunfall ums Leben... ja, Großvater kämpfte und versetzte ihn... ich glaube, O'Malley war daran schuld, daß Großvater aus Irland vertrieben wurde... Großvater haßte ihn." Nachdem die Sitzung fortgeführt wurde, fragte Zolik, ob sein Großvater auch O'Malleys Freundinnen erwähnt habe. "Er hielt O'Malley für einen Gauner." Später zeigte sich, daß Jamie als kleiner Junge die Erzählung auf der Farm seines Großvaters hörte. Zolik empfahl, das Nachfragen nach den Sitzungen als Sicherung gegen die Wiedergeburtsberichte anzuwenden. Doch viele seiner Kollegen nahmen diesen Rat nicht an. Unter ihnen der englische Hypnosetherapeut Arnall Bloxham — Er nahm über 400 Reinkarnationsberichte auf Tonband auf und fragte nicht einmal nach...

Der amerikanische Psychologe Martin Orne ließ verschiedene Studenten, die er hypnotisierte, über ihren sechten Geburtstag berichten und verglich die zum Teil sehr lebhaften Schilderungen mit den Erinnerungen von Eltern und Geschwistern. Das Ergebnis war überwältigend. Die Studenten neigten während der Hypnose zu Phantasien. Einer zum Beispiel, der als Kind nur die deutsche Sprache beherrscht hatte, erlebte seinen sechsten Geburtstag Englisch sprechend. Als der Psychologe ihn während der Hypnose darauf hinwies, schaltete der "Sechsjährige" um und sprach Deutsch — das Deutsch eines kleinen Kindes!

Eine 19jährige Studentin berichtete von acht Inkarnationen — Begonnen im alten Babylon, im chinesischen Nanking, England, Norwegen, Paris, wieder in England und im alten Rußland. Als Engländerin im 13. Jahrhundert sang sie im mittelalterlichen Englische ein Lied. Im wachen Zustand konnte sie sich an nichts erinnern. In einer weiteren Sitzung wurde sie gebeten, sich an die Zeit zu erinnern, als sie das Lied das erstemal hörte. Sie gestand als 13jähriges Mädchen zufällig in der Bibliothek der Eltern in einem Buch geblättert zu haben. Sie konnte nicht nur den Titel des Buches nennen, sondern auch genau die Stelle, an der das Lied zu finden ist. Es war die finnische Übersetzung der Musikgeschichte von Benjamin Britten und Imogen Holst. Das Werk enthält den Kanon "Sumer is icomen", dessen Text im mittelalterlichen Englisch verfaßt war. In einem anderen Leben hieß sie Karin Bergstrom und kam mit sieben Jahren bei einem Luftangriff 1939 ums Leben. Sie nannte den Ort und die Straße, wo sie damals angeblich lebte, sowie die Namen und Berufe ihrer früheren Eltern. Die Nachforschungen ergaben, daß jenes Haus tatsächlich bei einem Luftangriff 1939 zerstört wurde, doch die genannten Personen wohnten nicht dort. In einer späteren Hypnosesitzung wurde sie in ihre Kindheit zurückversetzt, in der sie in einem Buch las, das viele Bilder von zerbombten Häusern und Schilderungen vom Leben der Menschen im Krieg enthielt. Auf einem der Fotos war eine Mutter mit ihrem 7jährigen Kind abgebildet. Kampman kam der Schußfolgerung: "Die Erlebnisse der aktuellen Persönlichkeit spiegeln sich in Sekundär-Persönlichkeiten wider — das gilt für realistische Details ebenso wie für emotionale Erfahrungen. Die Tatsache, daß sich ein mittelalterliches Liedtext schon beim ziellosen Durchblättern eines Buches offenbar fest im Unterbewußtsein eines 13jährigen Kindes verankern kann, ist ein Paradebeispiel dafür, daß unser Gehirn selbst winzige Einzelheiten zu speichern vermag, ohne daß wir dessen auf der Bewußtseinsebene im geringsten gewahr werden, und daß man solche Informationen unter Hypnose zutage fördern kann."

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