Daeniken, Erich von Daeniken, Kornkreise, Grenzwissenschaften, Pseudo-Wissenschaften

November 24, 2017

Begriffsdefinition

Unter dem Begriff Prä-Astronautik (auch Paläo-SETI genannt) wird eine Pseudowissenschaft verstanden, die der Theorie nachgeht, dass außerirdische Intelligenzen in der Frühzeit der Menschheit die Erde besucht und die menschliche Zivilisation beeinflusst oder sie sogar erst geschaffen haben. Dabei werden oft die in nahezu allen Kulturen vorhandenen Überlieferungen von Begegnungen mit Göttern und anderen fabelhaften Wesen als Besuche außerirdischer Wesen gedeutet.

Geschichte

Die Idee, Außerirdische hätten vor langer Zeit die Erde besucht, findet sich bereits in der Science-Fiction-Literatur um 1900. Charles Fort spekulierte 1919 in dem Werk "The Book of the Damned", einer Sammlung unerklärlicher Phänomene, darüber, ob die Menschheit der "Besitz" von Außerirdischen sei. In den 1920er Jahren setzten sich die sowjetischen Raumfahrtpioniere Konstantin Ziolkowski (1857-1935) und Nikolai A. Rynin (1887-1942) mit der Idee von interplanetaren Kontakten in der Vergangenheit auseinander.

1960 spekulierte der amerikanische Astrophysiker Thomas Gold in einem Artikel mit dem Titel "Cosmic Garbage" (dt. Kosmischer Abfall) über die Möglichkeit, extraterrestrische Weltraumreisende hätten die Erde vor langer Zeit besucht. Die Wesen hätten ihren Müll zurückgelassen und so unbeabsichtigt Leben auf die Erde gebracht. 1963 brachte der amerikanische Astronom Carl Sagan die Frage auf, ob es in der Vergangenheit Kontakt zwischen Menschen und extraterrestrischen Besuchern gegeben haben könnte und der Umstand aus vielerlei Gründen verfälscht worden ist. Sagan vermutete, Alien-Spezies könnten die Erde öfter besucht und dabei Artefakte auf dem Planeten oder im Sonnensystem zurückgelassen haben.

Alles nur kopiert? In den 60er Jahren kamen zahlreiche Bücher zum Thema Prä-Astronauktion auf den Markt, die sich nur mit dem Thema befassten, das frühzeitliche außerirdische Raumfahrer die Erde besuchten haben sollen. Robert Charroux (1909-1978) veröffentlichte 1963 sein Buch "Phantastische Vergangenheit", indem er die Piri-Reis-Karte, die Visionen des Hesekiel und die Bodenzeichnungen Perus als Überbleibsel von Außerirdischen sei. Von W. Raymond Drake (1913-1989) erschien 1964 das Buch "Götter und Astronauten", dem weitere folgten. Der Italiener Peter Kolosimo (1922-1984) veröffentlichte 1964 sein erstes Buch auf dem Gebiet der Prä-Astronautik. 1965 erschien das Buch "Anatomy of a Phenomenon" von Jacques Vallee, der die Visionen des Propheten Hesekiel (Buch in der Bibel) als eine Beschreibung eines Raumschiffes deutete. Andere Bücher kamen auf den Markt und deuteten die Bundeslade als ein extraterrestrisches Gerät und die Götter des Alten Testaments seien Raumfahrer gewesen (" und er fuhr gen Himmel ").

Den Durchbruch schaffte die Hypothese über Astronautengötter durch Erich von Däniken, dessen Erstlingswerk Erinnerungen an die Zukunft (1968) sofort zum Bestseller und ein Jahr später verfilmt wurde. In den Folgejahren wurde der Begriff "Prä-Astronautik" geprägt. 1973 wurde in den USA von dem Rechtsanwalt Gene Philipps die Ancient Astronaut Society (AAS) gegründet, die die Zeitschrift Ancient Skies herausgibt. Dokumentarfilme und Fernsehserien sowie viele Bücher befassten sich mit dem Thema. Von Däniken reiste um die Welt und hielt zahlreiche Vorträge. Es bildete sich ein Kanon von archäologischen Stätten und Artefakten sowie überlieferten Texten, die noch heute als besonders vielversprechende Indizien für die Theorie gelten.

Ende der 1980er suchten Autoren der Prä-Astronautik nach einer aussagekräftigen Bezeichnung für ihr "Forschungsgebiet" — der Begriff "Prä-Astronautik" wurde als unzureichend empfunden, ebenso wie gelegentlich auftretende andere Benennungen wie "Astro-Archäologie" (eigentlich eine andere Bezeichnung für Archäoastronomie). Vladimir Avinsky schlug "Paläo-SETI" vor, aufbauend auf der Abkürzung SETI (Search for Extra-Terrestrial Intelligence, "Suche nach außerirdischer Intelligenz"), die von der NASA geprägt wurde. In den Folgejahren wurde diese neue Bezeichnung im deutschsprachigen Raum vor allem von Johannes Fiebag popularisiert. Bereits 1979 erschien die erste Auflage der deutschsprachigen Ausgabe des Lexikon der Prä-Astronautik, vom Autor Ulrich Dopatka. Die 2. Auflage erschien 1981 und die 3. Auflage 1986. Das Gründungsjahr der deutschsprachige Sektion der Ancient Astronaut Society (AAS) war 1980 mit der ersten offiziellen Tagung in Fulda, 1-Day-Meeting genannt, die von Erich von Däniken eröffnet wurde und seitdem regelmäßig jedes Jahr stattfindet. Die ersten Autoren der deutschsprachigen Ancient Skies und die ersten Referenten der deutschsprachigen AAS waren Luc Bürgin, Johannes von Buttlar, Axel Ertelt, Johannes Fiebag, Peter Fiebag, Lars A. Fischinger, Ulrich Dopatka, Hans-Werner Sachmann und Wilfried Stevens. Im Jahr 1999 wurde die deutsche Ausgabe der Ancient Skies umbenannt in Sagenhafte Zeiten, das heute als Magazin alle zwei Monate erscheint. Ende der 1990er wurde die Ancient Astronaut Society unter Beibehaltung der Abkürzung AAS in Archeology, Astronautics and SETI Research Association umbenannt. Das deutsche Pendant heißt Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI. Die Forschungsgesellschaft hat ihren Sitz in Beatenberg, in der Schweiz, und hat heute die Bezeichnung A.A.S. GmbH.

→ https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4-Astronautik

Dokumentationen, Film und Fernsehen
1970: Erinnerungen an die Zukunft; Verfilmung des Buches von Erich von Däniken
1993: Auf den Spuren der All-Mächtigen (25teilige Serie, ausgestrahlt von Sat1)
2009-2012: Ancient Aliens (mehrteilige Serie, History Channel)

Erich von Däniken Bücher und Filme

Erich von Däniken: Erinnerungen an die Zukunft
Waren die Götter Astronauten? (Paranormal Vol. 1)
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Erich von Däniken: Botschaft der Götter
Waren unsere Vorfahren Außerirdische? (Paranormal Vol. 2)
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Erich von Däniken: Was ich jahrzehntelang verschwiegen habe
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Betrugsversuche von Erich von Däniken

Erich von Däniken präsentierte aber auch Fälschungen als "Beweise", zum Beispiel stellte von Däniken Fotos von Töpfereien zur Schau, die seiner Angabe nach bei einer archäologischen Ausgrabung gefunden worden seien. Die Töpfereien zeigen fliegende Untertassen und stammen angeblich aus biblischer Zeit. Die Reporter von "Nova", einer US-Dokumentarsendung mit gutem Ruf, spürten jedoch den Töpfer auf, der diese vermeintlich antiken Töpfe gefertigt hatte. Sie konfrontierten von Däniken mit ihren Beweisen für den Betrug. Seine Antwort war: Der Schwindel sei gerechtfertigt, da manche Menschen eben nur dann glauben würden, wenn sie Beweise sähen! ("The Case of Ancient Astronauts", Ausstrahlungsdatum 8. März 1978)

Kritische Bücher zu Erich von Däniken und Prä-Astronautik

Pieter Coll [1970]: Geschäfte mit der Phantasie.
Warum es keinen Raumflug vor Jahrtausenden geben konnte

Markus Pössel [2000]: Phantastische Wissenschaft:
Über Erich von Däniken und Johannes von Buttlar.
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Fazit

Bis heute wird die Prä-Astronautik von der Bevölkerung belächelt und von niemand ernst genommen, weil sie die einzelne Texte, Bilder oder Monumente aus dem Gesamtkontext herausnehmen und neu definieren.

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