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Zusammenfassung Chopper Spuk in Zahnarztpraxis

Der Chopper war der Name eines Geist, der ab Mai 1981 in der Zahnarztpraxis von Kurt Bachseitz in Neutraubling auftrat. Doch der angebliche Spuk wurde am 4. März 1982 durch eine Sonderkommission der Regensburger und Münchner Kriminalpolizei als Schwindel entlarvt wurde.

Eine Liebesgeschichte für die Presse gab es kostenlos dazu. Der angebliche "Geist" hatte sich in die damals 16-jährige Zahnarzthelferin Claudia Judenmann verliebt. Er belästigte seine Angebetete mit Anträgen, Versprechungen, dummen Scherzen und Obszönitäten, die die behandelten Patienten deutlich mithören konnten. In einem Interview behauptete Claudia Judenmann sogar, mit dem Geist Geschlechtsverkehr gehabt zu haben.

Der Zahnarzt erstattete Anzeige gegen unbekannt. Wochenlang versuchten Polizeibeamte, Abhörspezialisten der Bundespost und Parapsychologen aus Freiburg, die Herkunft der Geisterstimme zu ermitteln, die aus Waschbecken und sanitären Einrichtungen ertönte. Es wurden komplizierte technische Fallen gelegt und die Telefonanlage des gesamten Hauses komplett ausgetauscht.

Für den Parapsychologie Papst Hans Bender war die Sachlage klar: "Ein paranormales Phänomen — total atypisch". Was soll es denn sonst sein?

Die Boulevardpresse sowie Rundfunk und Fernsehen berichteten laufend über die Ermittlungen. Fast täglich kamen Kamerateams und Journalisten. Sogar aus den USA, Japan und Neuseeland. Claudia, von der Presse "Zuckerpuppe" genannt, genoss den Medienrummel.

Entlarvung des Chopper Spuk

Monatelang biss sich die Ermittler die Zähnte aus: "Nun sind wir am Ende unseres Lateins. Allmählich beginne ich, an Geister zu glauben" meinte Kriminalkommissar Erich Tietz gegenüber dem Hambruger Abendblatt. Sogar eine "Soko Geist" wurde vom Bayrischen Landeskriminalamt (LKA) in München eingesetzt. Kriminalhauptkommissar Norbert Czerny besuchte den Tatort am Rosenmontag 1982 das erstemal und meinte danach, das es nicht einfach werden würde.

Am Ende stellte sich heraus, dass die "Verfolgte" Zahnarzthelferin Claudia Judenmann selbst gemeinsam mit dem damals 62-jährigen Zahnarzt und dessen Ehefrau den angeblichen Spuk inszeniert hatte. Ein Polizeibeamter hatte bemerkt, wie zeitgleich zu einem Chopper-Phänomen synchrone "Lippenbewegungen der Auszubildenden in einem Spiegel" zu beobachten waren. Claudia wurde zu einer Geldstrafe von 1.500 Mark verurteilt. Das Ehepaar Bachseitz zu einer Geldstrafe in Höhe einer fünfstelligen (DM-)Summe wegen Vortäuschung einer Straftat verurteilt. Weiter schickte die Bundespost dem Ehepaar eine Schadensersatzrechnung über 35.000 DM (in heutiger Kaufkraft 34.000 €).

Der Richter Benno Hurt urteilte im Fall Claudia als Jugendrichter am Amtsgericht Regensburg: "Sie hat sich eine Figur geschaffen, um von ihr bewundert zu werden." Später gestand er: "Es war klar, dass dies ein spektakuläres Verfahren war. Auf der einen Seite sah man diese hübsche, junge Frau, die alle Lacher, alle Sympathien und die unsterbliche Chopper-Story auf ihrer Seite hatte. Auf der anderen Seite ich als Ungetüm, als Vertreter einer schwerfälligen und rachsüchtigen Justiz.".

Das Trio benutzte die besondere Akustik der gekachelten Praxisräume und die Hohlräume der Zwischenwände aus, um Chopper gruselig erscheinen zu lassen.

Zahnarzt Bachseitz und seine Frau hielten den öffentlichen Druck nicht mehr aus und ließen sich freiwillig in eine Nervenklinik einweisen.

Claudia Judenmann lebt heute unter anderer Identität in der Gegend von Regensburg.

Das Hörspiel "Chopper — Geisterstimme aus den Jenseits"

Der Chopper Spuk in der Zahnarztpraxis diente 1983 als Vorlage für die Rahmenhandlung der fünften Folge der Europa Hörspielserie Larry Brent mit dem Titel Chopper — Geisterstimme aus dem Jenseits.

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